Impuls Nr. 165

Der 29. April

Am 29. April feiern wir den Festtag der Hl. Katharina von Siena. Sie ist eine italienische Mystikerin und Kirchenlehrerin (25.03.1347 - 29.04.1380). Sie hat sich konsequent und hartnäckig gegen viele Widerstände eingesetzt für das, was sie für richtig hielt.
Sie, als Dominikanerin, äußerte sich in öffentlichen Ansprachen außer zu kirchlichen Fragen auch zu politischen und gesellschaftlichen Belangen, übte scharfe Kritik an den Verantwortlichen – für eine geistliche Frau in dieser Zeit äußerst ungewöhnlich und Aufsehen erregend.
Bald verbreitete sich ihr Ruf in ganz Europa. Menschen aus allen Ländern fragten sie um Rat – darunter selbst der Papst, den sie ihrerseits nicht schonte, sondern ihn auch prophetisch mahnte. 
Sie hat sich zudem auch in die Kirchenpolitik eingemischt. Als eine Kirchenspaltung drohte, wirkte sie für eine Friedenslösung. Seit 1999 ist sie Schutzpatronin Europas.

Warum erwähne ich sie heute?
Katharina von Siena war eine überaus starke Frau in der katholischen Kirche. 
So ist ihr Festtag am 29. April mittlerweile für viele aktive Frauen in der Kirche ein besonderer Tag. Seit 1998 wird an diesem Tag der „Tag der Diakonin“ gefeiert. Damit setzen sich Frauen für die Öffnung aller Dienste und Ämter der katholischen Kirche für alle Menschen, unabhängig vom Geschlecht, ein.
Gemeinsam mit dem Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB), dem Netzwerk Diakonat der Frau, dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) lädt die Katholische Frauengemeinschaft (kfd) jedes Jahr an diesem Tag zu einer zentralen Veranstaltung ein, um ein Zeichen für eine geschlechtergerechte Kirche zu setzen.

Als Getaufte und Gefirmte sind Frauen und Männer in gleicher Weise dazu berufen, aktiv am Aufbau der Kirche mitzuwirken und dabei den Dienst am Nächsten, den diakonalen Dienst, zu tun – und somit der Botschaft Jesu Christi Hand und Fuß zu verleihen. So wirken wir alle als Glaubenszeuginnen und Glaubenszeugen in einer lebendigen Kirche. Es wird die Kirche stärken und fördern, wenn der sakramentale Diakonat beiden Geschlechtern offensteht.

Auch dieses Jahr gibt es in München eine zentrale Veranstaltung zu dem Thema
 „Mein Gott diskriminiert mich nicht“.
Vielleicht ist dieses Thema für uns alle eine Einladung, nicht nur am 29. April, darüber nachzudenken: 
Was Gott zusagt – gilt für alle. 

Mit dem Schlussgebet vom Gottesdienst in München am 29.04. schließe ich und wünsche ich uns allen den Mut, miteinander Kirche hier in Bochum zu gestalten.

„Gütige, 
Du rufst jede und jeden beim Namen 
und schenkst uns Würde und Gemeinschaft. 
Du siehst unsere Sehnsucht nach Gerechtigkeit 
und unsere Hoffnung auf Veränderung. 

"Du stärkst uns, wenn wir mutlos sind, 
und gibst uns Kraft, für eine Kirche einzutreten, 
die niemanden ausschließt.

Lass uns mutig bleiben, auch wenn der Weg schwer ist. 
Schenke uns Vertrauen, 
dass Dein Ja zu uns stärker ist als jedes menschliche Nein.

Du hast uns berufen, 
gemeinsam Deine Liebe in die Welt zu tragen
 – Frauen, Männer, alle Menschen. 
Erfülle uns mit Hoffnung, damit wir nicht aufgeben, 
sondern weitergehen – für eine gerechte Zukunft. 
Amen."

(Aus: „Gott diskriminiert nicht“ – Gottesdienst zum Tag der Diakonin, 29.04.2026)

Katharina von Siena - Ökumenisches Heiligenlexikon
Frauen in der Kirche: Deutsche Bischofskonferenz
Nein zum Diakonat für Frauen – „Kein endgültiges Urteil“ - Vatican News
https://diakonat.de/startseite
#meingottdiskriminiertnicht

Frohe Grüße
Schwester Ulrike Schnürer MsSR